Geschichte

Die Gründung des Vereins Deutscher Rosenfreunde – jetzt Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V.

Die Initiative für die Gründung eines Vereins Deutscher Rosenfreunde kam von Friedrich Schneider II. aus Wittstock. Er interessierte sich für Gartenbau, sowohl für den Anbau der Kulturen als auch für die Gestaltung von Gärten. Als Lehrer sah er auch die Notwendigkeit einer besseren Ausbildung der Söhne der märkischen Bauerngutsbesitzer, ein Antrag zur Einrichtung einer Landwirtschaftsschule wurde gestellt und auch genehmigt. Friedrich Schneider II. wurde zum Direktor bestellt.

Seine besondere Aufmerksamkeit galt jedoch den Rosen. Die Vielzahl der Sorten, die unter den verschiedensten Namen im Handel waren, konnten kaum objektiv in der Qualität beurteilt werden. Deshalb erarbeitete er einen Fragebogen über die Abstimmung der schönsten Rosenvarietäten und schickte diesen an alle Rosengärtnereien und zur Veröffentlichung an die Gartenzeitschriften. 172 Teilnehmer antworteten und Friedrich Schneider II. erstellte daraus die erste "Rangliste der edelsten Rosen". Bei der dritten Auflage 1883 waren es schon 328 Teilnehmer. Die Zahl der jedes Jahr auf den Markt gebrachten Rosen sollte damit reduziert, mindere Qualitäten ausgeschlossen und Qualitätsrosen empfohlen werden.

Am 28. September 1883 wurde schließlich der Verein Deutscher Rosenfreunde (heute Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde e.V.) gegründet. Ziel war es damals, die nationale Rosenkultur zu stärken, wertvolle Sorten besser zu verbreiten, das nationale Rosensortiment zu vereinheitlichen, heimische Sorten zu prämieren und ausländische Sorten zu prüfen, Schriften zur Anleitung über Rosenzucht und Pflege und Verzeichnisse der wertvollsten und empfehlenswertesten Rosen herauszugeben sowie allgemeine Rosenausstellungen in Deutschland zu organisieren. Dies wurde u.a. auch 1903 mit der Gründung des Vereinsrosariums in Sangerhausen, heute Europa-Rosarium Sangerhausen, erreicht, wo die jährlichen Neuerscheinungen auf dem Rosenmarkt aufgepflanzt und geprüft wurden. 1935 errichtete der Verein dort auch die erste deutsche Rosenforschungsanstalt unter der Leitung von Harald von Rathlef. 

140 Gründungsmitglieder waren 1883 in Hamburg anwesend. Hofmarschall Ulrich von Saint Paul-Illaire, der Direktor des Vereins zur Beförderung des Gartenbaus,  wurde zum ersten Präsidenten gewählt und die Rosenzüchter Friedrich Harms und Heinrich Schultheis als Vizepräsidenten. 

1886 erschien der erste Jahrgang der Rosenzeitung mit bis zu sechs Ausgaben pro Jahr als Fachschrift für die Mitglieder.

Der Verein ist heute bestrebt, die Rosenliebhaberei und Rosenzucht zu fördern, der Rose den Weg in die Gärten und Anlagen noch besser zu ebnen und fachliche Beratung zu allen Rosenfragen und -themen zu vermitteln.