Praktische Tipps von Rosenexperten Heiko Hübscher

Bild: Heiko Hübscher,
Rosengarten Zweibrücken

Liebe Rosenfreundinnen,
liebe Rosenfreunde,

Was für ein Rosenjahr! Vielerorts war es einen zweiten Sommer in Folge sehr trocken, sodass besonders Neupflanzungen und Rosen in Gefäßen unterstützend gegossen werden mussten. Die Hitzerekorde im taten ihr übriges und bescherten bei vielen Sorten zwar einen schnellen Durchtrieb aber oft auch kleine Notblüten die eine gewohnte Farbbrillanz vermissen ließen und im Rekordtempo welkten. Umso mehr zahlt sich eine gute Pflege jetzt aus. Die kürzeren Tage und der damit einher gehende Abfall der Temperaturen sowie denn doch einsetzender Regen entspannen die Lage und die Rosen sind imstande, im Herbst zu zeigen, was in ihnen steckt.

Was ist jetzt zu tun?

Am Ball bleiben sollte man auf jeden Fall mit der Pflanzenhygiene. Von Pilzen befallenes Laub muss entfernt werden, spätestens, wenn es auf den Boden fällt. Leider macht ein Rosenrost-Pilz derzeit auf sich aufmerksam, der auch das Holz befällt. Hier reicht es nicht aus, wie gewohnt nur das Laub zu entsorgen, da dieser Pilz an den Trieben überwintert. Mit anderen Worten: Hier sollten befallene Triebe ausgeschnitten werden. 

Eine Düngung ist nun nicht mehr erforderlich – mal abgesehen von einer letzten Nährstoffgabe für Kübelrosen, weil aus ihnen beim Gießen die Nährstoffe zum Teil ausgewaschen werden. Wer jetzt noch düngt, kurbelt das Wachstum an und das führt zu späten jungen Trieben, die einer Winterkälte nicht widerstehen können. 

Ein formierender Schnitt bei einmal blühenden Strauchrosen – zu denen selbstverständlich auch Alte Rosenklassen zählen – ist im September eine gute Idee. Dabei werden aber lediglich Triebe, die allzu lang hochschießen und einen harmonischen Strauchaufbau beeinträchtigen auf eine ästhetisch passende Höhe gekappt. Auch bei einmal blühenden Kletterrosen können Triebe, die im Wege sind entsprechend eingekürzt. Allerdings ist es freilich immer besser, sie so waagerecht wie möglich zu befestigen. 

Alle Jahre wieder machen die Rosenzüchter durch Kataloge auf Neuzüchtungen aufmerksam und auch auf den Internetportalen aller Anbieter werden Neuaufnahmen bzw. das komplette aktuelle Sortiment jetzt schon vorgestellt. Sicher weckt auch das den Wunsch, Rosen, die man selbst im Garten pflegen möchte, zu bestellen.
Wurzelnackte Rosen gelten als das beste Pflanzgut und durch sie hat man auch Zugang zum kompletten Marktsortiment. Eine früh aufgegebene Bestellung sichert auch Raritäten.

Ob für Neuheit wie die 2016 bei Noack erschienene rosa ’Comeback’ (Bild rechts oben) oder für ein Histörchen wie die weiße kletternde ’Mary Lovett’ (Bild rechts unten) – die Bestellzeit für Rosenobjekte der Begierde beginnt jetzt.

Bei den meisten Rosenanbietern lassen sich Liefertermine so vereinbaren, dass die Rosen auch zu einem gelegenen Zeitpunkt kommen. Also ist ein Zögern beim Bestellen von Herzenswünschen nicht ratsam. Und die Vorfreude steigt beim Vorbereiten der Beete am besten, wenn man dabei nicht hetzen muss.

Ihr 
Heiko Hübscher

Rosengarten Zweibrücken