Erste Gartenreise der Wittstocker Rosenfreunde

Mit einem Bus-Kofferraum voller „Chlorophyll“ – eingesammelt in fünf Gärten und einem Baumpark - sowie ziemlich müden, aber hochzufriedenen Teilnehmern endete die erste Gartenreise der Rosenfreunde Wittstock. Vom 20. bis 22. Juli waren sie in Schleswig-Holstein unterwegs. „Du hast uns unvergessliche Erlebnisse beschert“, so lobten die 30 Reiseteilnehmer Rosenfreundin Gudrun Kröger am Ende einmütig. Sie hatte die drei Tage sorgfältig und liebevoll bis ins Detail geplant und organisiert – und schon bei der Zusammenstellung der Reisegruppe ein gutes Händchen bewiesen. Allesamt ganz schön „gartenverrückt“, stellte man gemeinsam an diesen drei Tagen immer wieder aufs Neue fest. Das passte schon mal und war eine gute Voraussetzung für gemeinsames Erleben und gute Gespräche. Das Hotel "Wilhelm Busch" in Norderstedt, das Gudrun Kröger auswählte, war super und die Reiseziele waren ganz nach den Geschmack der Teilnehmer.

Für die Ruhe im Alltag: Der private Skulpturengarten der Familie Benecke in Geesthacht war das erste Ziel der Gartenreisenden. Wie so oft bei Paaren mit sehenswerten Gärten, gibt es auch hier eine klare Arbeitsteilung: Margareta kümmert sich um Stauden, Gräser, Rosen und Gehölze, ihr Mann Thomas um den Rasen – und er zeichnet außerdem für die zahlreich im Garten platzierten Skulpturen verantwortlich, allesamt Unikate die er eigenhändig aus verschiedenen Hölzern gefertigt hat. Zusammen mit üppiger, wohl sortierter Pflanzenpracht - wobei auf den 3000 Quadratmetern verschiedene Gartenräumen ineinander übergehen - und dem naturnahen Teich im Mittelpunkt geben sie dem Anwesen der Beneckes die besondere Note.

Schön und lehrreich: Besucher finden im Arboretum Ellerhoop-Tiensen eine eindrucksvolle Sammlung von Pflanzen und Gehölzen aus unterschiedlichen Regionen der Erde, auch aus vergangenen Zeitepochen. Thematisch übersichtlich sortiert ist die gärtnerisch gestaltete Parkanlage aufschluss- und lehrreich, ohne den Zeigefinger zu erheben - und so schön und vielfältig, dass man bei einer der Führungen gar nicht alles erfassen und sich kaum sattsehen kann. Das ist Bildung auf angenehmste Art. Auf der rund 17 Hektar großen Gesamtanlage, von der zirka 7,5 Hektar der Öffentlichkeit als Naherholungsanlage und für Zwecke der Schul- und Volksbildung zur Verfügung stehen, agieren vor allem ehrenamtliche Helfer. Ein Verein ist für die fachliche Arbeit und die Finanzierung verantwortlich.

Märchenhaftes Ambiente: Als einen Dornröschengarten stellt Ulrike Kraft-Reimers ihr Refugium in Meezen den Besuchern vor. Beim Rundgang berichtet sie von der Entwicklung ihres Gartens, von ursprünglichen Ideen und den Wandlungen im Laufe der Jahre. Das kennen die Besucher aus Brandenburg nur zu gut aus ihren eigenen Gärten. Bei Ulrike Kraft-Reimers erleben sie eine Fülle und Dichte an Stauden, Rosen und Gehölzen, einen üppig bewachsenen Hosta-Pfad etwa und einen gut eingewachsenen Kräutergarten. Auf den ersten Blick scheint alles undurchdringlich, überbordend – ein bisschen wie die Rosenhecke um das Dornröschenschloss eben. Die Gärtnerin kennt ihre Pflanzen gut, kann Hinweise geben, Erfahrungen vermitteln. Und der weiße Hirsch im Damwildgehege nebenan passt perfekt zum märchenhaften Ambiente.

Kunstvoller Einsatz von Pflanzen: Großzügig in jeder Weise hat Fenna Graf ihren Garten in Ascheberg gestaltet. Üppige Blütenbälle der Hydrangea ,Annabelle‘ und vieler weiterer Hortensien-Arten finden sich fast überall, ein ganzes Feld von Kerzenknöterich, eine beeindruckende Sammlung von Hostas. Das flach wachsende Spanische Gänseblümchen in seiner Zartheit ist dabei genauso wichtig wie Fenchel und Gräser, die in die Höhe streben. Dichte Polster von vielfältigen Sedum-Arten bedecken den Boden flächig. Oppulent bepflanzt sind nicht zuletzt Kübel und Tröge in großer Anzahl. Kräftige Farben sind eher selten. Neben dem Grün in allen möglichen Schattierungen beherrschen Weiß, Creme und zartere Farben das Bild. Dazu passen die Gartenmöbel vor allem aus Holz, die Skulpturen, die den Besucher beim Rundgang überraschen, und die eher dezent farbigen Pflanzgefäße. Dieser Garten kann in seiner Gesamtheit als ein großes Kunstwerk verstanden werden. Ein Kunstwerk, das im Einklang mit der Natur steht.

Natürliches Flair und gesunde Umwelt: Mit viel Wortwitz und einer großen Portion Charme nahmen Susanne Soltau und Gerd Winzek die Reiseteilnehmer sofort für sich ein. Ihr Rosengarten an der Elbe in Kollmar war zwar durch die anhaltende Trockenheit in diesem Sommer geprägt, trotzdem gab es viel zu sehen und zu lernen. Der Garten auf dem langen und schmalen Grundstück, an den Seiten von Gräben begrenzt, ist eher langsam gewachsen. Im Hinterkopf behielt das Paar dabei immer, dass alles im Einklang mit dem denkmalgeschützten Haus sowie der natürlichen Umgebung wachsen sollte. Stark geprägt ist das Refugium am Elbufer durch Rosen, die Gerd Winzek eher zufällig für sich entdeckte und lieben lernte. Beim Rundgang gab es so manchen Tipp des Gärtners zur umweltschonenden Bewirtschaftung und zum gänzlichen Verzicht auf chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel. Danach verwöhnte uns Susanne Soltau mit einer kreativen Kräutersuppe und selbstgebackenem Kuchen. Im Schatten der alten Bäume und bei guten Gesprächen ließ es sich an diesem besonders heißen Tag gut aushalten.

Soweit das Auge reicht: Stauden bis zum Horizont und in Mittelpunkt ein großer Teich, in dem sich die farbenfrohe Kulisse spiegelt. Das war es, was die Teilnehmer in Heidgraben erwartete. Im Garten der Horizonte wurden sie von Inhaberin Maria Luer erwartet. Sie bietet nicht nur den Schaugarten, sondern auch einen umfangreichen Staudenverkauf. Die Besucher aus Brandenburg hatten viel Zeit, durch die unterschiedlichen Gartenräume zu streifen und sich sattzusehen an dem Spiel von Formen und Farben.

Übrigens: Die Rosa Wizoka war bei dieser ersten Gartenreise der Rosenfreunde Wittstock immer mit dabei. Als Gastgeschenk übergeben, wächst die 2015 getaufte Wittstock-Rose künftig hoffentlich genauso gesund, schön und reich blühend wie zu Hause bei Beneckes in Geesthacht, bei Ulrike Kraft-Reimers in Meezen, bei Gerd Winzek in Kollmar an der Elbe sowie bei Fenna Graf in Ascheberg. Am Ende stand nicht nur eine mit neuen Eindrücken und Ideen förmlich geladene Reisegruppe, sondern auch der Wunsch, sich wieder zu sehen und die eine oder andere Veranstaltung der Rosenfreunde besuchen zu wollen. So war diese Gartenreise zugleich Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung.

Text/Fotos: Kirsten Große, Öffentlichkeitsarbeit Rosenfreunde Wittstock
(Weitere Berichte und die dazugehörigen Fotoserien zu den sechs Reisezielen finden sich auf www.rosenfreunde-wittstock.dehttp://www.rosenfreunde-wittstock.de unter "Erlebt und erfahren" sowie in der Galerie)